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Selbststeuerung im Dauerwandel

Wie wir handlungsfähig bleiben, wenn sich alles verändert

Zwischen Unsicherheit und Anpassung: Die Herausforderung unserer Zeit

Montagmorgen. Noch bevor der erste Kaffee getrunken ist, leuchtet das Smartphone auf. Eine Nachricht aus dem Teamchat, mehrere neue E-Mails mit hoher Priorität, ein Termin wurde verschoben, ein anderer kurzfristig angesetzt. Gleichzeitig laufen die Nachrichten im Hintergrund: technologische Umbrüche, wirtschaftliche Unsicherheiten, gesellschaftliche Spannungen. Wir erleben unseren Alltag heute als eine Abfolge permanenter Anpassungsleistungen. Was gestern noch Orientierung bot, scheint morgen bereits überholt zu sein.

In solchen Momenten entsteht der Wunsch nach mehr Kontrolle. Wir nehmen uns vor, disziplinierter zu sein, uns besser zu organisieren oder unsere Emotionen stärker im Griff zu haben. Doch genau hier beginnt ein Missverständnis. Die entscheidende Fähigkeit unserer Zeit ist nicht Selbstkontrolle, sondern Selbststeuerung. Es geht nicht darum, alles unter Kontrolle zu bringen, sondern darum, auch unter Bedingungen von Unsicherheit, Komplexität und Veränderung handlungsfähig zu bleiben.

Der Psychiater und hypnosystemische Therapeut Dr. Gunther Schmidt sowie der Psychotherapeut Dr. Michael Bohne haben auf unterschiedlichen Wegen Antworten auf die Frage entwickelt, wie Menschen ihre innere Steuerungsfähigkeit stärken können. Ihre Ansätze unterscheiden sich in den Methoden, treffen sich jedoch in einer zentralen Erkenntnis: Menschen gewinnen ihre Stabilität nicht dadurch, dass sie Veränderungen verhindern, sondern dadurch, dass sie lernen, sich selbst inmitten von Veränderungen bewusst zu begleiten.

Warum Selbststeuerung etwas anderes ist als Selbstkontrolle

Gunther Schmidt weist darauf hin, dass unser Erleben wesentlich davon geprägt wird, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten: „Erleben ist dort, wohin Aufmerksamkeit geht.“ Oft glauben wir, die äußeren Umstände seien die Ursache unseres Stresses. Tatsächlich spielt jedoch auch die Art und Weise eine Rolle, wie wir diese Umstände wahrnehmen und interpretieren. Wer seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf Probleme, Risiken oder Fehler richtet, erzeugt unweigerlich ein Erleben, in dem Belastung und Ohnmacht dominieren.

Das bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu leugnen oder schönzureden. Es bedeutet vielmehr, die eigene Wahrnehmung so zu erweitern, dass neben den Herausforderungen auch Ressourcen, Handlungsmöglichkeiten und bereits vorhandene Kompetenzen sichtbar werden.

Viele Menschen kennen die Erfahrung, dass sie sich gedanklich immer wieder um dieselben Sorgen drehen. Je länger sie über ein Problem nachdenken, desto größer erscheint es. Schmidt beschreibt solche Prozesse als selbstverstärkende Muster. Die Aufmerksamkeit verengt sich, alternative Perspektiven verschwinden aus dem Blickfeld, und das Gefühl von Handlungsfähigkeit nimmt ab. Selbststeuerung beginnt daher häufig mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Frage: Worauf richte ich gerade meine Aufmerksamkeit – und was übersehe ich möglicherweise dadurch?

Diese Frage gewinnt besonders in Zeiten des Wandels an Bedeutung. Veränderung erzeugt Unsicherheit, und Unsicherheit aktiviert bei vielen Menschen den Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle. Wenn diese Kontrolle jedoch nicht verfügbar ist, entsteht schnell das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Wer dagegen lernt, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, entdeckt oft mehr Einflussmöglichkeiten, als zunächst sichtbar waren. Nicht die äußere Situation verändert sich dadurch sofort, wohl aber die innere Position, aus der heraus gehandelt wird.

Der Körper als Kompass für Veränderung

Michael Bohne ergänzt diese Perspektive um einen Aspekt, der in vielen Konzepten der Selbstführung zu wenig Beachtung findet: den Körper. Gefühle entstehen nicht allein im Kopf. Sie zeigen sich in Herzschlag, Muskelspannung, Atmung, Haltung oder einem flauen Gefühl im Magen. Der Körper ist nicht lediglich ein Empfänger unserer Gedanken, sondern ein aktiver Teil unseres Erlebens.

Im Alltag wird diese Verbindung oft deutlich. Ein schwieriges Gespräch steht bevor, und die Schultern verspannen sich. Eine wichtige Entscheidung muss getroffen werden, und plötzlich wird die Atmung flacher. Eine unerwartete Veränderung tritt ein, und der Körper reagiert schneller, als der Verstand die Situation überhaupt erfassen kann. Bohnes Arbeit macht deutlich, dass solche körperlichen Reaktionen keine Störungen sind, die beseitigt werden müssen. Vielmehr enthalten sie Informationen darüber, wie wir eine Situation erleben.

Wer lernt, auf diese Signale zu achten, erweitert seine Möglichkeiten der Selbststeuerung erheblich. Anstatt ausschließlich zu fragen: „Warum fühle ich mich so?“, kann die Frage lauten: „Was möchte mir dieser Zustand mitteilen?“ Hinter Nervosität kann ein wichtiger Wert stehen. Hinter Ärger möglicherweise eine verletzte Grenze. Hinter Erschöpfung oft ein Bedürfnis, das über längere Zeit ignoriert wurde. Der Körper wird dadurch zu einem Orientierungssystem, das hilft, die eigene Situation besser zu verstehen.

Resilienz bedeutet nicht Härte, sondern Beweglichkeit

Interessanterweise bestätigt auch die moderne Resilienzforschung viele dieser Beobachtungen. Lange Zeit wurde Resilienz als eine Art innere Widerstandskraft verstanden. Resiliente Menschen galten als besonders stark, belastbar und unerschütterlich. Heute zeichnet die Forschung ein differenzierteres Bild.

Resilienz bedeutet weniger Härte als vielmehr Anpassungsfähigkeit. Menschen, die Krisen und Veränderungen gut bewältigen, sind nicht deshalb erfolgreich, weil sie keine Angst, keine Zweifel oder keine Erschöpfung erleben. Sie zeichnen sich vielmehr dadurch aus, dass sie flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren können.

Manchmal bedeutet das, aktiv zu handeln. Manchmal bedeutet es, bewusst abzuwarten. In anderen Situationen ist es hilfreich, Unterstützung anzunehmen oder die eigene Perspektive zu verändern. Resilienz zeigt sich nicht in einer einzigen Strategie, sondern in der Fähigkeit, zwischen verschiedenen Strategien zu wechseln. Genau darin liegt eine wesentliche Form moderner Selbststeuerung.

In einer Welt, die sich ständig verändert, wird Anpassungsfähigkeit wichtiger als Perfektion. Wer versucht, immer stark zu sein, erschöpft sich häufig. Wer dagegen lernt, flexibel zu reagieren, entwickelt jene innere Beweglichkeit, die nachhaltige Stabilität ermöglicht.

Die Kraft der Selbstwirksamkeit

Ein weiterer Schlüsselbegriff in diesem Zusammenhang ist die Selbstwirksamkeit. Der Psychologe Albert Bandura konnte bereits vor Jahrzehnten zeigen, dass Menschen besonders dann handlungsfähig bleiben, wenn sie davon überzeugt sind, durch ihr eigenes Tun etwas bewirken zu können.

Dabei geht es nicht um die Illusion vollständiger Kontrolle. Niemand kann sämtliche Entwicklungen in seinem Leben beeinflussen. Entscheidend ist vielmehr die Erfahrung, dass es immer einen Bereich gibt, in dem eigenes Handeln einen Unterschied macht.

Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen verlieren viele Menschen diesen Bereich aus dem Blick. Die Herausforderungen erscheinen zu groß, die Unsicherheiten zu zahlreich und die Zukunft zu unübersichtlich. Dann entsteht leicht das Gefühl, nichts mehr beeinflussen zu können.

Selbststeuerung bedeutet in solchen Momenten, den Blick wieder auf den eigenen Handlungsspielraum zu richten. Statt sich zu fragen, wie alle Probleme gelöst werden können, wird die Aufmerksamkeit auf den nächsten sinnvollen Schritt gelenkt. Aus dieser Perspektive wächst Selbstwirksamkeit nicht durch große Durchbrüche, sondern durch viele kleine Erfahrungen gelingender Einflussnahme.

Warum wir andere Menschen brauchen

Dabei darf Selbststeuerung nicht mit einem einsamen Projekt verwechselt werden. Ein verbreitetes Ideal unserer Zeit suggeriert, dass Selbstbestimmung vor allem Unabhängigkeit bedeutet. Die psychologische Forschung kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis.

Menschen benötigen Beziehungen. Sie brauchen Resonanz, Unterstützung, Zugehörigkeit und Orientierung. Gute Beziehungen helfen nicht nur dabei, Belastungen zu bewältigen, sondern stärken auch die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und den eigenen Weg zu gehen.

Selbstbestimmung entsteht daher nicht im Rückzug von anderen Menschen, sondern häufig gerade in der Qualität unserer Verbindungen. Wer sich verstanden fühlt, gewinnt leichter Klarheit über die eigenen Bedürfnisse. Wer Unterstützung erfährt, kann mutiger handeln. Wer sich zugehörig fühlt, entwickelt mehr Vertrauen in die eigene Wirksamkeit.

Gerade in einer Zeit, die Individualisierung und Selbstoptimierung oft in den Mittelpunkt stellt, erinnert uns diese Erkenntnis daran, dass menschliche Entwicklung immer auch ein gemeinschaftlicher Prozess ist.

Die Kunst, mit sich selbst zusammenzuarbeiten

Wenn man die Gedanken von Gunther Schmidt, Michael Bohne und die Erkenntnisse der modernen Resilienzforschung zusammenführt, entsteht ein bemerkenswertes Bild. Selbststeuerung bedeutet nicht, sich permanent zu optimieren oder jede Unsicherheit zu beseitigen. Sie bedeutet vielmehr, immer wieder einen guten Kontakt zu sich selbst herzustellen.

Dazu gehört die Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, körperliche Signale wahrzunehmen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, Handlungsspielräume zu erkennen und tragfähige Beziehungen zu gestalten. Selbststeuerung ist damit weniger eine Technik als eine Haltung. Sie beschreibt die Bereitschaft, sich selbst aufmerksam, neugierig und wertschätzend zu begegnen.

Wer sich selbst nur antreibt, wird irgendwann erschöpfen. Wer lernt, mit sich selbst zusammenzuarbeiten, entwickelt dagegen eine Form innerer Stabilität, die auch in schwierigen Zeiten trägt.

5 alltagstaugliche Impulse für mehr Selbststeuerung

1. Erweitern Sie Ihren Blickwinkel

Wenn wir unter Druck geraten, verengt sich unsere Aufmerksamkeit oft auf das, was nicht funktioniert. Probleme erscheinen größer, als sie sind, und mögliche Lösungen geraten aus dem Blick. Nehmen Sie sich deshalb bewusst einen Moment Zeit und fragen Sie sich: „Worauf konzentriere ich mich gerade so stark, dass ich andere Aspekte der Situation kaum noch wahrnehme?“ Oft eröffnet bereits diese Frage neue Perspektiven und macht Handlungsmöglichkeiten sichtbar, die zuvor verborgen geblieben sind.

2. Hören Sie Ihrem Körper zu

Unser Körper registriert Veränderungen häufig früher als unser Verstand. Verspannungen, Unruhe, Erschöpfung oder Nervosität sind nicht einfach Störungen, die beseitigt werden müssen. Sie können wertvolle Hinweise darauf geben, was gerade in uns vorgeht. Versuchen Sie deshalb, körperliche Signale neugierig wahrzunehmen, statt sie sofort zu bewerten. Fragen Sie sich: „Was möchte mir mein Körper möglicherweise mitteilen?“ Allein diese Haltung kann helfen, bewusster mit Belastungen umzugehen.

3. Denken Sie kleiner, um wirksamer zu werden

Gerade in unübersichtlichen Situationen neigen wir dazu, auf die Größe der Herausforderung zu schauen. Das kann schnell zu dem Gefühl führen, nichts bewirken zu können. Hilfreicher ist es, den Fokus auf den nächsten realistischen Schritt zu richten. Fragen Sie sich: „Was kann ich heute konkret tun, das in meinem Einflussbereich liegt?“ Selbstwirksamkeit entsteht selten durch große Veränderungen, sondern durch viele kleine Erfahrungen, bei denen wir erleben, dass unser Handeln einen Unterschied macht.

4. Erlauben Sie sich verschiedene Wege

Es gibt nicht die eine richtige Strategie für jede Situation. Manchmal hilft es, aktiv zu werden. Manchmal ist es klüger, zunächst innezuhalten. In anderen Momenten kann ein Gespräch mit einer vertrauten Person oder eine bewusste Pause die beste Lösung sein. Statt automatisch immer gleich zu reagieren, lohnt es sich zu überlegen: „Welche verschiedenen Möglichkeiten habe ich, mit dieser Situation umzugehen?“ Je größer unser Repertoire an Reaktionsmöglichkeiten wird, desto flexibler und resilienter können wir handeln.

5. Begegnen Sie sich selbst mit Wohlwollen

Viele Menschen sprechen mit sich selbst deutlich strenger, als sie es mit einem guten Freund oder einer guten Freundin tun würden. Gerade in schwierigen Phasen verstärken Selbstkritik und innere Vorwürfe jedoch häufig den Druck. Fragen Sie sich daher immer wieder: „Hilft die Art, wie ich gerade mit mir spreche, dabei, handlungsfähig zu bleiben?“ Selbststeuerung gelingt nicht durch innere Härte, sondern durch einen respektvollen und konstruktiven Umgang mit sich selbst. Wer sich selbst unterstützt, statt sich zusätzlich unter Druck zu setzen, schafft die Grundlage für nachhaltige Veränderung und persönliche Entwicklung.

Fazit: Stabilität entsteht durch innere Beweglichkeit

In einer Welt, die sich ständig verändert, liegt die eigentliche Stabilität nicht mehr in festen äußeren Strukturen. Sie entsteht aus einer inneren Beweglichkeit. Menschen, die sich selbst gut steuern können, müssen nicht jede Entwicklung vorhersehen und nicht jede Herausforderung kontrollieren. Sie vertrauen darauf, dass sie sich orientieren, anpassen und neu ausrichten können.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Kompetenz unserer Zeit: nicht die Fähigkeit, Veränderungen zu verhindern, sondern die Fähigkeit, sich selbst inmitten von Veränderungen nicht zu verlieren.

Selbststeuerung beginnt dort, wo wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen, und anfangen, bewusst mit uns selbst zusammenzuarbeiten. Genau darin liegt die Chance, auch in einer Welt des permanenten Wandels nicht nur zu funktionieren, sondern lebendig, verbunden und handlungsfähig zu bleiben.

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Selbstannahme im Alltag – wie du innerlich Frieden mit dir findest

Es ist spät am Abend, doch du kannst nicht abschalten. Immer wieder schwirrt dir dieselbe Situation durch den Kopf: Habe ich heute alles richtig gemacht? Hätte ich mich anders verhalten sollen? Du grübelst – was denkt wohl dein Gegenüber jetzt von dir? Du entdeckst in Gedanken lauter Fehler, die du begangen hast. Je mehr du dich anstrengst, diesen Tag gedanklich „geradezubiegen“, desto unruhiger wirst du.

Solche inneren Konflikte mit dir selbst kennen viele – gerade Menschen, die hohe Ansprüche an sich haben oder häufig an sich zweifeln. Hinter diesem Grübeln steckt oft eine tiefere Frage: „Bin ich eigentlich in Ordnung, so wie ich bin?“ Selbstannahme bedeutet, diese Frage mit Ja beantworten zu können – nicht nur, wenn du gerade erfolgreich oder guter Dinge bist, sondern auch, wenn mal etwas schiefgeht. Genau das fällt jedoch schwer.

Wenn du nur unter Bedingungen „OK“ bist

Viele von uns knüpfen ihr OK-Sein an Bedingungen. „Ich bin in Ordnung, wenn ich genug leiste. Wenn alle mit mir zufrieden sind. Wenn ich immer stark bleibe. Wenn ich nie einen Fehler mache.“ Die Falle hier liegt auf der Hand: Du erklärst dich selbst nur dann für wertvoll, wenn bestimmte Umstände erfüllt sind, die jedoch ständig schwanken. Das Fundament der Selbstannahme gerät ins Wanken, sobald etwas nicht perfekt läuft. In diesen Momenten reagierst du vielleicht mit harter Selbstkritik: „Warum war ich so blöd? Jetzt habe ich mich blamiert…“ – ein vertrautes Flüstern des inneren Kritikers. Dein Selbstwert hängt dann an einem seidenen Faden von Erfolg oder Misserfolg, Anerkennung oder Ablehnung.

Ein Beispiel: Maria (Name geändert) sitzt nach einem Arbeitstag in ihrer Küche und ärgert sich über sich selbst. In einer Besprechung hat sie einen Vorschlag gemacht, der nicht sofort Begeisterung auslöste. Ihr Chef gab zwar sachliches Feedback und lobte ihren Einsatz – doch Maria hört davon kaum etwas. Sie hat nur den einen Moment vor Augen, in dem ein Kollege bei ihrem Vorschlag die Stirn runzelte. „Der hält mich bestimmt für unfähig“, kreist es stundenlang in Marias Kopf. Egal, was andere sagen, Maria glaubt insgeheim: „Ich habe mal wieder nicht genügt.“ Dieses Gefühl verfolgt sie. Es drückt sich in körperlichem Unbehagen aus – ein flauer Magen und innere Anspannung, die sich auch am nächsten Morgen nicht ganz verflüchtigt haben. So geht Maria oft ins Büro zurück: erschöpft, unsicher, mit dem Eindruck „Irgendwas stimmt nicht mit mir“.

Warum machen wir sowas mit uns? Die Ursache liegt oft in tief verankerten Überzeugungen. Vielleicht hast du gelernt, dass du dich erst wert fühlen darfst, wenn du allen Erwartungen entsprichst. Aber diese Bedingungen rauben dir die innere Sicherheit. Im Kern steckt die Angst, nicht liebenswert oder gut genug zu sein – wie ein Programm im Hintergrund. Kein Wunder, dass du angespannt bist, wenn immer etwas auf dem Spiel zu stehen scheint.

Die versteckte Sehnsucht hinter der Selbstkritik

Im Grunde sehnst du dich wahrscheinlich danach, dich selbst endlich in Ruhe zu lassen und dich gut zu fühlen – einfach so. Was deine innere Kritiker-Stimme antreibt, ist nicht böser Wille. Oft versucht ein Teil von dir, dich zu „verbessern“, damit du hoffentlich irgendwann zufrieden bist. Aber ständig an dir herumzunörgeln, bringt dich nicht zur Selbstannahme – im Gegenteil: Je mehr du dich selber ablehnst, desto mehr fühlst du dich im Alltag blockiert, gestresst oder zerrissen.

Noch ein Beispiel: Stell dir vor, du stehst vor einer schwierigen Entscheidung. Ein Teil von dir will lieber auf Nummer sicher gehen, ein anderer Teil wünscht sich Veränderung. Sabine (ebenfalls ein Beispiel aus dem Coaching, Name geändert) steckte monatelang in solch einem inneren Tauziehen fest. Die eine Stimme flüsterte: „Du musst stark sein und weitermachen, bloß keine Schwäche zeigen!“ Die andere seufzte: „Ich kann nicht mehr, ich brauche eine Pause…“ Sabine fand partout keinen Ausweg. Statt eine Entscheidung zu treffen, hat sie immer länger gewartet – bis sie völlig ausgelaugt war.

Was ihr am Ende half, war anzuerkennen, dass beide Seiten in ihr berechtigt sind. Die starke, verantwortungsbewusste Sabine und die verletzliche, erschöpfte Sabine – beide gehören zu ihr. Indem sie diese innere Ambivalenz anerkannte, fühlte sie sich nicht mehr zwischen zwei Lagern hin- und hergerissen. Sabine entschied sich letztlich dafür, eine Auszeit zu nehmen. Sie begriff: Selbstannahme heißt nicht, sich hängen zu lassen, sondern ehrlich zu sich zu sein – zu spüren, was man wirklich braucht, auch wenn der Kopf anfangs „dagegen“ argumentiert.

Selbstannahme bedeutet also nicht, dass du dich nie mehr ändern darfst oder keine Ziele mehr haben sollst. Es bedeutet auch nicht, dass immer alles schön und angenehm sein muss. Im Gegenteil: Manchmal ist der erste Schritt zur Selbstannahme richtig unbequem. Es kann heißen, dass du unangenehme Gefühle aushältst, anstatt dich sofort abzulenken oder dich „zusammenzureißen“. Doch eins ist sicher: Selbstannahme ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von innerer Stärke. Wer sich selbst akzeptiert, dem kann auch ein Misserfolg oder eine Kritik weniger anhaben. Es entsteht eine Art innerer Frieden: Du weißt, dass du trotz allem in Ordnung bist – selbst wenn im Außen nicht alles rund läuft.

Im Miteinander spüren das auch die anderen. Akzeptierst du dich selbst, strahlst du mehr Ruhe und Klarheit aus. Schwierige Gespräche fallen leichter, weil du nicht ständig mit dir selbst beschäftigt bist. Und Entscheidungen zu treffen wird einfacher, wenn du sowohl auf deinen Verstand als auch auf dein Gefühl hören darfst. Diese innere Harmonie hat enorme Wirkung: Weniger Energie geht in den Kampf gegen dich selbst, mehr Kraft bleibt für das, was dir wirklich wichtig ist.

Drei Anregungen für deinen Alltag

Zum Abschluss ein paar Alltagsimpulse für mehr Selbstannahme, die du behutsam ausprobieren kannst:

  • Halte inne, wenn du dich selbst kritisierst: Sobald du merkst, dass du dich im Geiste runtermachst, drück mal Pause. Nimm wahr, was dich gerade so stört. Wärst du zu einem guten Freund genauso hart? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht kannst du die Situation auch mit etwas Mitgefühl für dich betrachten – so als würdest du mit deiner besten Freundin sprechen.
  • Akzeptiere, was du fühlst: Unsere Gefühle (Traurigkeit, Wut, Enttäuschung…) sind kein „Fehler“, sondern Signale. Versuch mal, sie nicht sofort wegzudrücken, sondern sie einfach für einen Moment bewusst zu spüren. Sie müssen dich nicht überrollen – aber so, wie Wetter durchzieht auch ein starker Sturm weiter, wenn du nicht dagegen ankämpfst.
  • Sag dir (und anderen) ehrlich, was du brauchst: Selbstannahme zeigt sich auch darin, für dich einzustehen. Das kann bedeuten, freundlich Neinsagen zu einer Bitte, die dich überfordert, oder dir eine Pause zu gönnen, obwohl „man“ doch immer weitermacht. Das erste Mal fühlt es sich ungewohnt an, vielleicht sogar egoistisch – aber es ist ein Akt der Selbstfürsorge, der deiner Gesundheit und deinen Beziehungen zugutekommt.

Zum Schluss: Selbstannahme ist kein Sprint, sondern ein Prozess. Jeder kleine Schritt zählt. Je öfter du dir erlaubst, „für dich OK zu sein“, desto leiser wird der innere Kritiker – und desto mehr bist du bei dir, in guten wie in schweren Momenten. Das gibt dir Kraft und Gelassenheit, um deinen Weg zu gehen – als bester Freund oder beste Freundin für dich selbst.

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Frühling im Kopf

Wie deine Grundbedürfnisse und die Physis deine Gestaltungskraft wecken

Im Frühling stellt dein Körper biologisch auf „mehr Wachheit, mehr Antrieb“ um – vor allem, weil sich Tageslicht, Schlafdruck und innere Rhythmen verändern.
Wenn du diese natürliche Aktivierung mit Bauers Blick auf menschliche Motivation und Bernes Konzept der Physis (Wachstumsenergie) zusammen denkst, entsteht ein praktischer Kompass: Verbundenheit + Selbstbestimmung + Selbsterweiterung – und daraus echte Gestaltungskraft.

Drei Perspektiven auf deine Gestaltungskraft

Stell dir vor, du hättest drei „Brillen“, die dasselbe Phänomen erklären – warum du im Frühling oft (nicht immer, aber häufig) mehr Lust auf Bewegung, Kontakt, Projekte oder Veränderungen spürst.

Bauer: Motivation braucht soziale Resonanz – und wächst an Freiheit. In Bauers neurowissenschaftlichem Menschenbild sind unsere Motivationssysteme eng damit verbunden, was sich für das Gehirn „lohnend“ anfühlt. In einem Text zu menschlichen Grundmotivationen beschreibt er, dass als lohnend u. a. Vertrauen, soziale Wertschätzung und Kooperationsbereitschaft erlebt werden – also eindeutig Beziehung und Zugehörigkeit. Gleichzeitig betont Bauer, dass sich Freiheit und Selbstbestimmung nicht „von allein“ einstellen, sondern mit Selbststeuerung zusammenhängen: Selbststeuerung ermögliche, ein eigenes Leben zu leben und zu einer eigenen Identität zu finden; ohne Selbst keine Selbstbestimmung.
Und noch ein wichtiger Bauer-Gedanke als Fundament: Zwischenmenschliche Beziehungserfahrungen prägen nicht nur „die Psyche“, sondern formen neuronale Strukturen und beeinflussen neuroendokrine Reaktionsmuster – Psychologie wird im Körper wirksam.

Berne: Physis ist die eingebaute Wachstumskraft. In der Transaktionsanalyse beschreibt Eric Berne „Physis“ als eine Art innere Naturkraft, die auf Wachstum, Entwicklung und „besser werden“ drängt – nicht moralisch geschniegelt, sondern lebendig-evolutionär. In A Layman’s Guide… wird Physis als „force of Nature“ beschrieben, die „eternally strives“ Wachstum zu fördern. In derselben Quelle findet sich auch die bekannte Definition: Physis als Wachstumsenergie, die Entwicklung, Gesundung und das Streben nach Idealen antreibt.
Petruska Clarkson arbeitet Berne’s Beitrag in einem Fachartikel heraus und fasst Physis als growth force zusammen, die (gut genährt) Menschen innerlich Richtung Entwicklung zieht.

Frühling: Licht ist ein biologischer Regler, nicht nur Wetter. Der „Frühlingsschalter“ ist weniger die Blumendeko im Supermarkt und mehr: Photoperiode (Tageslänge). Licht beeinflusst deine innere Uhr – und damit Hormone und Botenstoffe. Ein belastbarer, oft zitierter Punkt: Melatonin wird nachts ausgeschüttet und durch Lichtexposition unterdrückt. Studien zu saisonaler Licht-Exposition zeigen zudem jahreszeitliche Muster in Melatonin- und Cortisolprofilen.
Für Stimmung/Antrieb besonders spannend ist Serotonin: Eine Lancet-Studie untersuchte den Effekt von Sonnenlicht und Jahreszeit auf den Serotonin-Stoffwechsel im Gehirn und fand saisonale Zusammenhänge. Ergänzend wurden saisonale Variationen im Serotonin-Transporter-System im lebenden menschlichen Gehirn beschrieben, u. a. in Beziehung zur Sonnenscheindauer.

Und: Nicht jede Frühlingsbiologie fühlt sich „leicht“ an. Pollen/Allergien können Schlaf stören und Fatigue/„brain fog“ fördern – manchmal ist dein Kopf im Frühling also nicht romantisch, sondern einfach histaminbeschallt.

Die Schnittmenge: Wo Bedürfnisse, Physis und Frühling sich treffen

Jetzt wird’s praktisch. Du kannst die drei Perspektiven wie ein kleines Navigationssystem nutzen:

Wenn im Frühling durch mehr Licht Melatonin- und zirkadiane Muster in Richtung mehr Wachheit verschoben werden, entsteht häufig mehr „Startenergie“. Diese Energie ist aber erst mal neutral – sie kann sich wie Tatendrang anfühlen, oder wie Unruhe („Warum bin ich so hibbelig?“). Hier kommt Berne ins Spiel: Physis ist nicht „noch eine Aufgabe“, sondern die Idee, dass in dir etwas auf Wachstum drängt – und dass du es nähren kannst, statt es gegen dich arbeiten zu lassen.

Bauer liefert dann die sozial-neurobiologische Landkarte: Viele Motivationssysteme springen besonders an, wenn du Verbundenheit/Zugehörigkeit erlebst – Vertrauen, Wertschätzung, Kooperation. Die zweite, oft unterschätzte Säule ist Selbstbestimmung/Freiheit durch Selbststeuerung: Nicht „ich mach alles allein“, sondern „ich entscheide bewusst“, statt auf Autopilot zu laufen.
Und die dritte Säule ist Selbsterweiterung: Bauer wird dazu häufig so zitiert, dass Arbeit (und sinngemäß auch Projekte/Beziehungen) Möglichkeiten für Selbst-Wachstum und Selbst-Erweiterung bieten – und dass das Selbst Resonanz braucht, um lebendig zu bleiben.

Die Schnittmenge ist damit ziemlich elegant: Du nutzt frühlingsbedingte Aktivierung (Biologie), richtest sie über Physis auf Wachstum (Berne) und gibst ihr eine menschliche Form über Grundbedürfnisse (Bauer): Verbundenheit + Selbstbestimmung + Selbsterweiterung.

Übungen für den Alltag

Wichtig: Das sind keine „Perfektionsprogramme“. Eher vier kleine Experimente – wie Frühlingsanzucht auf der Fensterbank. Du gießt ein bisschen, schaust, was wächst.

Bedürfnis-Barometer in 90 Sekunden
Schreib die fünf Wörter untereinander: Selbsterweiterung – Freiheit – Zugehörigkeit – Selbstbestimmung – Verbundenheit. Gib jedem spontan 0–10 Punkte: „Wie genährt fühlt sich das gerade an?“ Wähle dann nur ein Bedürfnis und formuliere eine Mini-Aktion für heute (unter 10 Minuten). Bauers Grundidee: Motivation wird leichter, wenn sie an echte Resonanz und stimmige Ziele gekoppelt ist.

Physis-Satz + Mini-Schritt
Vervollständige: „Etwas in mir will gerade wachsen in Richtung .“ (Neugier, Mut, Klarheit, Kontakt …) Dann: „Der kleinste Schritt in 24 Stunden ist .“ Berne’s Physis ist genau diese Wachstumskraft, die du nicht beweisen musst – du gibst ihr nur eine Spur.

Licht-Start am Morgen
Wenn es für dich passt: Geh 10 Minuten morgens nach draußen (auch bei „norddeutscher Sonne“, also grauer Würde). Licht ist ein starker Zeitgeber; es beeinflusst u. a. Melatoninregulation und circadiane Rhythmen. Das ist kein Wellness-Zauber, sondern Biologie mit Jacke.

Verbundenheits-Mediation
Wähle eine alltägliche Beziehungsszene (Partnerin, Kollegin, Nachbar*in) und mache einen Mini-Schritt Richtung Verbindung: eine echte Frage, ein Dank, ein „Ich hab dich gerade falsch verstanden – wie meinst du das?“ Bauer betont Beziehung/Resonanz als Treibstoff der Motivation. (Und ja: Manchmal ist „Verbundenheit“ einfach ein freundlicher Satz, nicht gleich ein tiefes Gespräch über Kindheit.)

Allergie-Realismus statt Selbstkritik
Wenn du im Frühling müde und matschig bist: Prüfe kurz, ob Allergie/Schlaf eine Rolle spielt. Pollenbelastung kann Fatigue und „brain fog“ verstärken. Dein Ziel ist nicht „trotzdem performen“, sondern klug dosieren: weniger Selbstabwertung, mehr Selbststeuerung.

Du musst nicht „neu werden“ – du darfst wachsen

Vielleicht ist Frühling biologisch gesehen einfach ein jährliches Memo deines Körpers: „Da ist wieder Energie verfügbar.“
Die entscheidende Frage ist dann nicht, ob du jetzt mehr machst, sondern ob du stimmiger machst: ein bisschen mehr Selbstbestimmung statt Autopilot, ein bisschen mehr Verbundenheit statt Rückzug, ein bisschen mehr Selbsterweiterung statt innerem Stillstand.

Wenn du Lust hast: Nimm dir heute eine Übung heraus und beobachte eine Woche lang, was sich verändert. Und falls du merkst, dass Konflikte oder innere Spannungen dabei auftauchen: Das ist kein Rückschritt – oft ist es der Moment, in dem Gestaltungskraft wirklich beginnt. (Bei Mediation im Norden findest du dazu Impulse – und wenn du magst, auch eine Einladung zur Reflexion/Newsletter.)

Herzliche Grüße, Thomas

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Mut zur Veränderung: Warum persönliche Entwicklung Resonanz und Konfrontation braucht

Sehnsucht nach Veränderung

Fühlst du dich manchmal, als würdest du auf der Stelle treten?
Vielleicht trägst du als Führungskraft viel Verantwortung und kämpfst mit schwierigen Teamdynamiken. Vielleicht stehst du als Privatperson an einem Wendepunkt in deinem Leben und spürst: So wie bisher geht es nicht weiter – aber wie dann?

In solchen Phasen kann ein persönlicher Entwicklungsprozess unglaublich wertvoll sein. In meiner Arbeit biete ich dir einen Raum, in dem du sortieren, nachspüren und neue Entscheidungen treffen kannst. Es geht nicht nur um Ziele und Strategien, sondern auch um Resonanz – darum, dass jemand an deiner Seite ist, der dich wirklich wahrnimmt und mit dir in Kontakt geht.

Ich stelle dir dafür einen geschützten Rahmen zur Verfügung: einen Ort, an dem du dich ernst genommen, gesehen und gehört fühlen kannst. Genau dort entsteht die Basis, um auch unbequeme Wahrheiten anzuschauen – und das ist oft der erste Schritt in Richtung echter, nachhaltiger Veränderung.

Meine Begleitung als gemeinsame Reise

In meiner Arbeit orientiere ich mich an den Leitprinzipien der co-kreativen Transaktionsanalyse nach Tudor und Summers. Co-kreativ bedeutet: Wir gestalten den Prozess gemeinsam. Du bringst deine Fragen, Erfahrungen und Ziele mit – ich bringe meine Fachkompetenz, Struktur und innere Haltung ein.

Ich verstehe unsere Zusammenarbeit als Beziehung auf Augenhöhe. Du bist Expert:in für dein Leben, deine Führungsrolle, deine Geschichte. Ich begleite dich dabei, Klarheit zu gewinnen, Muster zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Wichtige Elemente meiner Arbeit sind:

  • Gemeinsame Verantwortung: Ich sage dir nicht, „wie du sein sollst“. Wir schauen zusammen hin, entwickeln Ideen und du entscheidest, was für dich stimmig ist.
  • Gegenseitige Anerkennung: Du darfst mit allem da sein, was dich ausmacht – mit deiner Stärke genauso wie mit deiner Unsicherheit. Gleichzeitig teile ich meine Wahrnehmungen offen mit dir.
  • Fokus auf das Hier und Jetzt: Wir achten auf das, was du im Moment fühlst, denkst und tust – und wie sich das in unserem Gespräch zeigt. Daraus entstehen oft unmittelbare, lebendige Entwicklungsschritte.

Diese Haltung prägt meine Begleitung bei Mediation im Norden: respektvoll, klar, zugewandt – und überzeugt davon, dass in dir mehr Möglichkeiten liegen, als du im Moment vielleicht sehen kannst.

Emotionale Resonanz als Stärke

Am Anfang steht für mich: zuhören. Ich möchte verstehen, wie deine Welt im Inneren aussieht – nicht nur die äußeren Fakten, sondern auch deine Gefühle, Zweifel und Hoffnungen.

Wenn du spürst, dass ich wirklich mit dir in Kontakt bin, entsteht Resonanz. Du musst nicht funktionieren, nichts „performen“. Du darfst einfach so da sein, wie du gerade bist. Für viele Führungskräfte und Privatpersonen ist das ungewohnt – und zugleich sehr entlastend.

In dieser Resonanz können Dinge auftauchen, die im Alltag keinen Platz finden: Erschöpfung hinter dem starken Auftreten, Unsicherheit hinter der souveränen Fassade, alte Verletzungen hinter dem Wunsch, alles im Griff zu haben.

Ich spiegele dir, was ich wahrnehme – behutsam und wertschätzend. Dadurch wird dein inneres Erleben klarer. Du erkennst Zusammenhänge, die dir vorher vielleicht gar nicht bewusst waren. Gleichzeitig würdige ich auch das, was schon gut funktioniert: deine Stärken, deine Kompetenzen, deine bisherigen Bewältigungsstrategien.

Diese Mischung aus Gesehenwerden und Ermutigung schafft Sicherheit. Auf dieser Grundlage kann später auch einmal Reibung entstehen – und genau diese Reibung kann Wachstum auslösen.

Mut zur Konfrontation – Wachstum durch Herausforderung

Zu meiner Arbeit gehört nicht nur empathische Begleitung, sondern auch klare, liebevolle Konfrontation. Konfrontation bedeutet für mich nicht Angriff, sondern: Ich spreche Widersprüche an, die ich zwischen deinen Worten und deinem Handeln oder zwischen deinem Selbstbild und dem Erleben anderer wahrnehme.

Die Transaktionsanalyse, wie z.B. die Ansätze der Schiffs und der Gouldings, betont, wie wichtig es ist, eingefahrene Muster und alte innere Entscheidungen bewusst zu machen. Oft wirken tief verankerte Glaubenssätze in dir, zum Beispiel:

  • „Ich darf keine Schwäche zeigen.“
  • „Ich muss es allen recht machen.“
  • „Wenn ich Nein sage, verliere ich Beziehungen.“

Wenn ich merke, dass solche Sätze dein Leben und deine Führung stark bestimmen, werde ich dich darauf aufmerksam machen – klar und zugleich respektvoll. Manchmal fühlt sich das im ersten Moment unbequem an. Vielleicht spürst du Widerstand, Ärger oder Scham.

Genau hier beginnt Entwicklung: Wenn wir diesen Gefühlen gemeinsam Raum geben, kannst du Schritt für Schritt prüfen, ob diese alten Entscheidungen wirklich noch zu dir passen. Du bekommst die Möglichkeit, neu zu entscheiden – innerlich und ganz bewusst.

Konfrontation in meiner Arbeit dient immer deinem Wachstum. Sie ist eingebettet in eine tragfähige Beziehung, in der du weißt: Ich bleibe an deiner Seite, auch wenn es kurz „eng“ wird. So kann aus Reibung Klarheit entstehen – und aus Klarheit neue Freiheit.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Führungskraft im Wandel

Nehmen wir Claudia, Bereichsleiterin in einem mittelständischen Unternehmen (Name geändert).
Als sie zu mir kam, wirkte sie auf den ersten Blick stark, strukturiert und verantwortungsbewusst. Im Gespräch zeigte sich jedoch schnell: Sie war müde. Sehr müde.

Claudia erzählte, dass sie Konflikte hasst. Sie versucht, es allen recht zu machen, Entscheidungen möglichst „harmonisch“ zu treffen und Spannungen zu vermeiden. Nach außen will sie als souveräne Führungskraft erscheinen – innerlich fühlt sie sich oft zerrissen.

Zuerst ging es darum, dass sie all das einmal wirklich aussprechen durfte. Ich habe ihr zugehört, nachgefragt, gespiegelt:
„Ich höre, wie sehr du dich bemühst, alles zusammenzuhalten – und wie wenig Raum du dir selbst dabei lässt. Das klingt unglaublich anstrengend.“

Claudia konnte sich mit dieser Wahrnehmung verbinden. Sie spürte, dass da jemand aufrichtig versucht, ihre innere Not zu verstehen.

Nach einiger Zeit habe ich eine Beobachtung mit ihr geteilt:
„Du legst großen Wert auf ein harmonisches Miteinander. Gleichzeitig erlebst du, dass in deinem Team Unzufriedenheit wächst und ehrliches Feedback selten ist. Wie fühlt es sich an, wenn wir darauf gemeinsam schauen?“

Das war ein Moment der Konfrontation. Claudia war zunächst irritiert – ein Teil von ihr wollte sofort erklären und relativieren. Doch wir sind gemeinsam bei diesem Punkt geblieben.

Im weiteren Prozess tauchte ein alter Glaubenssatz auf:
„Ich darf nicht anstrengend sein. Wenn ich zu klar bin, verliere ich die Nähe zu anderen.“

Wir haben diesen Satz behutsam überprüft, seine Geschichte erkundet und in kleinen Schritten eine neue innere Erlaubnis entwickelt:
„Ich darf klar und ehrlich sein – und gleichzeitig in Beziehung bleiben.“

Mit dieser neuen inneren Haltung begann Claudia, in ihrem Team anders aufzutreten: klarer, direkter, und dennoch zugewandt. Sie sprach Spannungen offen an, setzte Grenzen, ohne verletzend zu werden, und erlaubte sich, nicht immer allen gefallen zu müssen.

Nach einigen Wochen berichtete sie, dass die Gespräche im Team „ehrlicher“ wurden. Es gab zwar mehr Reibung, aber auch mehr Vertrauen. Claudia wirkte ruhiger, geerdeter – mehr bei sich.

Fazit: Deine persönliche Entdeckungsreise

Coaching – so wie ich es verstehe und lebe – ist eine Entdeckungsreise zu dir selbst.

Für dich als Führungskraft kann diese Reise bedeuten, deinen Führungsstil zu reflektieren, alte Muster loszulassen und mit mehr Klarheit und Authentizität präsent zu sein. Für dich als Privatperson kann sie dir helfen, innere Konflikte zu klären, wichtige Entscheidungen zu treffen und dein Leben stimmiger auszurichten.

In unserer Zusammenarbeit stehst du im Mittelpunkt – mit deiner Geschichte, deinen Stärken, deinen Ängsten und deinem Potenzial. Ich biete dir einen Rahmen, in dem du sowohl Zuwendung als auch Herausforderung bekommst: Resonanz, damit du dich nicht allein fühlst, und Konfrontation, damit du dich über alte Begrenzungen hinausentwickeln kannst.

Wenn du beim Lesen merkst, dass dich etwas berührt oder du dich in manchen Zeilen wiedererkennst, könnte das ein Hinweis sein, dass ein nächster Schritt ansteht.

Wenn du möchtest, begleite ich dich ein Stück auf deinem Weg – klar, zugewandt und co-kreativ.
So kann aus deinem Wunsch nach Veränderung eine ganz konkrete, lebendige Bewegung werden: hin zu mehr innerer Freiheit, Klarheit und Verbundenheit mit dir selbst.

Herzliche Grüße

Thomas

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Beziehungskonflikte in Zeiten multipler Krisen?

Die Welt um uns herum fühlt sich oft unsicher an. Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten, Klimawandel, gesellschaftliche Spannungen – es gibt keine einzelne Krise, die unser Leben prägt, sondern eine Vielzahl von Unsicherheiten, die sich überlagern. Die Auswirkungen spüren wir alle. Ich auch.

Neulich hatte ich ein Gespräch mit einem guten Freund. Er erzählte mir von der wachsenden Anspannung in seiner Beziehung. „Ich habe das Gefühl, wir stehen beide unter Dauerstrom. Als wären wir in so einer Art „mental overload“ oder „always on alert-Zustand“. Sie zieht sich immer mehr zurück, ich werde immer lauter – es ist ein einziger Kreislauf“, sagte er. Ich konnte ihn gut verstehen, denn was er beschrieb, erlebe ich gerade in vielen Beratungen von Beziehungen. Stress, Unsicherheit und Überforderung schleichen sich in den Alltag ein und stellen Partnerschaften und Arbeitsbeziehungen auf eine harte Probe. Aber warum passiert das eigentlich – und was können wir dagegen tun?

Struktur im Alltag und in der Beziehung

Wenn im Außen vieles unsicher erscheint, brauchen wir umso mehr Stabilität im Inneren. Unser Leben ist geprägt von Routinen und Strukturen, die uns Sicherheit geben. In Zeiten von Krisen werden genau diese Grundpfeiler erschüttert. Wir fühlen uns orientierungslos und überfordert, weil wir das Gefühl haben, dass zu viel im Umbruch ist und wir so vieles im Blick haben müssen.

Auch in Beziehungen kann sich diese Unsicherheit zeigen. Unterschiedliche Bindungsstile treten besonders stark hervor: Der/die eine zieht sich zurück, der/die andere klammert sich noch fester an den/die Partner*in. Eine Dynamik, die schnell in eine Abwärtsspirale führt. Der Rückzug des einen fühlt sich für den anderen wie Ablehnung an, das verstärkte Bedürfnis nach Nähe kann als einengend empfunden werden. Die Eskalation ist vorprogrammiert.

Was passiert hier eigentlich? Warum reagieren wir so?

Psychologische Spiele und unbewusste Muster erkennen

In Krisenzeiten aktivieren wir oft Verhaltensmuster aus früheren Beziehungserfahrungen, die wir aus unserer Kindheit mitbringen. Im Zusammenleben mit unseren Bezugspersonen haben wir Landkarten entwickelt, wie Beziehungen zu gestalten sind. Und auf diese Muster greifen wir dann unbewusst zurück.

Ein typisches Beispiel sind psychologische Spiele – wiederkehrende destruktive Interaktionsmuster, die z.B.  aus dem Bedürfnis nach Anerkennung resultieren. Mein Freund erzählte mir, dass er und seine Partnerin immer wieder in das gleiche Muster geraten:

  • Sie zieht sich zurück und gibt ihm das Gefühl, nicht wichtig genug zu sein.
  • Er reagiert darauf mit Vorwürfen und verstärktem Nähe-Bedürfnis.
  • Sie fühlt sich bedrängt und distanziert sich noch mehr.

Dieses Muster ist ein klassisches Beispiel für das Spiel „Komm her – geh weg“, das auf alten Bindungserfahrungen basiert. Der Schlüssel liegt darin, sich dieser Dynamik bewusst zu werden und auszusteigen, bevor das Spiel eskaliert.

Die Bedeutung von Strokes – Anerkennung im Alltag

Eine wichtige Ressource in Krisenzeiten sind Strokes, ein Konzept der Transaktionsanalyse, also Formen von Anerkennung und emotionaler Zuwendung. Mein Freund erkannte, dass seine Partnerin und er sich in den letzten Monaten vor allem negative Strokes gegeben hatten – Kritik, Streit, Frustration. Positive Strokes, wie ein ehrliches „Ich bin froh, dass du da bist“, waren selten geworden.

Eine einfache, aber effektive Übung: Jeden Tag fünf positive Strokes geben – das kann ein Danke, ein Kompliment, eine liebe Geste oder einfach aufmerksames Zuhören sein. Kleine Momente der Anerkennung können helfen, die Beziehung wieder zu stabilisieren.

Wege aus der persönlichen Krise

Wie kommen wir aus dieser Dynamik heraus? Ein erster Schritt besteht darin, sich bewusst zu machen, dass wir gerade emotional agieren – und nicht aus einer reflektierten Haltung heraus. In stressigen Momenten übernimmt das alte „Überlebensprogramm“.

Ein bewährter Weg, um aus diesem Muster auszubrechen, ist der sogenannte Phasenwechsel:

  1. Pause einlegen: Wenn du merkst, dass ein Streit eskaliert, unterbreche das Gespräch bewusst. Atme tief durch, verlasse für einen Moment den Raum oder nimm dir Zeit für dich.
  2. Eigene Emotionen und Bedürfnisse reflektieren: Frage dich selbst: Was fühle ich gerade wirklich? Ist es Angst? Unsicherheit? Hilflosigkeit? Was ist mein Bedürfnis in diesem Moment?
  3. Den Partner einladen, ebenfalls zu reflektieren: Teile deine Gefühle mit, ohne Vorwürfe. Ein einfaches: „Ich merke, dass ich gerade Angst habe, dass wir uns verlieren“ kann Wunder wirken.

Zusätzlich hilft es, sich über unbewusste Glaubenssätze und Skript-Dynamiken bewusst zu werden. Welche Sätze aus der Vergangenheit beeinflussen unsere Reaktion in Konflikten? „Ich bin nicht genug“ oder „Irgendwann wirst du mich verlassen“ sind oft unbewusste Überzeugungen, die das Verhalten steuern.

Fazit: Beziehungen aktiv gestalten

Das Ziel ist nicht, das Problem sofort zu lösen, sondern einander wieder als Verbündete wahrzunehmen. Beziehungen scheitern nicht an Krisen – sie scheitern an der Herausforderung, sich trotz Krisen sicher zu fühlen. Sicherheit beginnt im gegenseitigen Verstehen.

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Wie Sie mit Life Coaching lebenslang Ihr Potenzial entfalten können

Wir verkorksen Beziehungen, bleiben im falschen Job und erziehen unsere Kinder doch wieder, wie unsere Eltern uns erzogen haben. Wenn wir damals doch nur gewusst hätten, was wir heute wissen! Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard bringt es auf den Punkt: „Man muss das Leben vorher leben, und kann es erst hinterher verstehen.“ Zum Glück werden wir mit dem Alter klüger und weiser. Und zum Glück kann man das Verstehen mit etwas Hilfe von außen beschleunigen. Nicht alle Verhaltensmuster, die wir uns in unserer Kindheit und Jugend angeeignet haben, müssen wir hilflos mit ins Alter nehmen. Lesen Sie hier, wie Sie langfristige Persönlichkeitsentwicklung mit Life Coaching in die eigenen Hände nehmen können.

Ärgerliche Situationen zeigen oft auf früh erlernte Verhaltensmuster

Bei Provokationen laufen Sie immer wieder rot an, aber eine Erwiderung fällt Ihnen nicht ein. Sie helfen stets Kollegen in Not – selbst um Hilfe zu bitten, fällt Ihnen aber schwer. Deshalb fühlen Sie sich oft mit viel Arbeit allein gelassen. Nach einer Auseinandersetzung mit Ihrem Ehepartner senkt sich schweres Schweigen über Sie. Einen Schritt auf den anderen zuzugehen, kostet Sie größte Überwindung. Wir alle kennen Reaktionsmuster, die wir am liebsten hinter uns lassen würden. Bei genauerem Nachsehen stammen sie höchstwahrscheinlich aus einer Zeit, in der wir auf genau dieses Verhalten angewiesen waren. Als Kind hat die elterliche und schulische Erziehung unsere Rolle und das gewünschte Verhalten definiert. Verschiedene Generationen und Kulturkreise prägen ihren Nachwuchs mit unterschiedlichen Werten und sozialen Verhaltensregeln. Das geschieht aus guten Gründen. In der Regel können wir davon ausgehen, dass Eltern ihre Kinder nach bestem Wissen und Gewissen aufziehen.

Dann ist da noch die individuelle Persönlichkeit. Jeder Mensch findet seine eigenen Wege, sich mit den Gegebenheiten seiner Umwelt zu arrangieren. Während beispielsweise eine Person mit Aggression auf strenge Regeln reagiert, zieht eine andere sich zurück. Das wirkt sich auf unser Verhalten im Erwachsenenalter aus. Unsere Beziehungen zu Partnern, Freunden, Kollegen und sogar Fremden werden von diesen früh erlernten Verhaltensmustern beeinflusst. Genau diese sind es, die uns manchmal selbst sauer aufstoßen lassen. Wenn wir das Gefühl haben, unangemessen zu reagieren oder in eine gefühlsmäßige Sackgasse zu geraten, dann liegt das oft an solchen antrainierten Routinen.

Mit fachkundiger Hilfe bewusst neue Verhaltensmuster erlernen

Sind Sie dazu bereit, sich von Verhaltensmustern zu verabschieden, die Ihnen nicht mehr nützen? Dann haben Sie einen herrlichen, konstruktiven Weg vor sich! Denn sich selbst zu verstehen, ist ein wertvoller Schritt zu fruchtbarer Persönlichkeitsentwicklung. Mit diesem Verständnis können Sie nun bewerten, ob diese „Funktionsweise“ heute und für Sie noch angemessen ist. Nehmen Sie anschließend bewusst dazu Stellung, ob Sie das Muster weitertragen wollen. Dabei müssen Sie Ihre Persönlichkeit nicht komplett umkrempeln. Behalten Sie, was Ihnen zuträglich ist und verabschieden Sie sich dankbar von anderen Seiten. Denn diese haben mit Sicherheit eine ganze Menge für Sie getan.

Bei diesem Prozess kann Ihnen ein Life Coach helfen. Mit fürsorglicher, geduldiger Begleitung können Sie bestimmte Verhaltensroutinen erkennen, bewerten und konstruktiv ändern. Ihr Life Coach nimmt sie dabei an die Hand, stellt Ihnen Fragen, fordert Sie heraus. An jeder Weggabelung des Lebens tragen Sie die richtige Entscheidung nämlich schon in sich. Ihr Life Coach hilft Ihnen mit den richtigen Werkzeugen dabei, Ihrer eigenen Richtung zu folgen. Freuen Sie sich darauf und finden Sie es HIER heraus!